Die Synagoge: Haus des Gebetes – Haus der Versammlung – Haus des Lernens
"Die Synagoge ist jedes Gebäude und jeder Raum, der zum Beten bestimmt ist. Dies war immer und bleibt ihr Hauptzweck."
Mit diesen Worten leitet der Rabbiner Chajim Halevy Donin seine Beschreibung der Synagoge ein. Die Bezeichnung Synagoge entstammt dem Griechischen und ist dort Synonym für Versammlung. Der hebräische Name lautet Bet Ha-Knesset (Haus der Versammlung). Im Mittelalter hieß die Synagoge vielfach "Schul", "Judenschul" oder "Schola". Denn die Synagoge diente nicht nur als religiöses, sondern auch als kulturelles und gesellschaftliches Zentrum der Gemeinde.
Damit unterschied sich die Synagoge nicht nur vom Tempel in Jerusalem, sondern auch von den Tempeln der Antike wie von den Kirchen des Mittelalters. Sie waren allesamt Räume mit ausschließlich sakraler Nutzung.
Damit unterschied sich die Synagoge nicht nur vom Tempel in Jerusalem, sondern auch von den Tempeln der Antike wie von den Kirchen des Mittelalters. Sie waren allesamt Räume mit ausschließlich sakraler Nutzung.
Gottesdienste und Versammlungen
Die Synagoge ist ein Raum von Laien für Laien. Hier finden die Gottesdienste, aber auch Versammlungen statt und hier werden Gemeindeangelegenheiten geregelt. Darüber hinaus ist sie ein Ort des Lernens und des Studiums.
Der Raum, in dem gelernt wird, ist der Beth Hamidrasch, das allen zugängliche Unterrichtszimmer. Hier setzte man sich am Schabbat
und nach der Arbeit zusammen, um zu lesen und zu lernen. Die Zusammenkünfte wurden meist so geregelt, dass sie mit den Zeiten für die Gottesdienste zusammenfielen. So wurde aus dem Unterrichtszimmer die Synagoge. Heute lebt dieser Brauch in den traditionellen Gemeinden fort. Die Synagogen haben die Wanderung der Juden durch die ganze Diaspora
begleitet. Überall, wo sie sich in genügender Zahl niederließen, haben Juden ihre Synagogen errichtet – und dies ist bis auf den heutigen Tag so geblieben.
In Westfalen fielen in der Pogromnacht vom November 1938 mehr als 200 Synagogen der Gewalt zum Opfer. Die wenigen erhalten gebliebenen Gebäude waren bereits zuvor von den Gemeinden verkauft und von ihren nichtjüdischen Besitzern für profane Zwecke genutzt worden. Nach 1956 entstanden in Westfalen wieder neue Synagogen. Bis 1963 konnten acht Gotteshäuser eingeweiht werden. Nach dem Anwachsen der jüdischen Gemeinden nach 1990 haben sich die Synagogen in Westfalen in neuer Weise mit Leben erfüllt, einige Neubauten kamen hinzu.
Und in Groningen...
Und in Lublin...
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