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Die Landsynagoge in Selm-Bork: jüdische Geschichte im Spiegel einer Synagoge


Die ehemalige Synagoge von Bork ist eine der wenigen noch erhaltenen Landsynagogen im Münsterland.

Außenansicht der Synagoge von Selm-Bork Außenansicht der Synagoge von Selm-Bork.
Foto: Dirk Vogel
In der Pogromnacht vom November 1938 wurde die Synagoge geplündert und verwüstet, aber nicht in Brand gesetzt. Heute findet hier wieder religiöses Leben statt.

Die jüdische Gemeinde hatte das Haus damals bereits unter Zwang an einen Kohlenhändler verkaufen müssen, der es in der Folgezeit als Lager nutzte.

Mehr als einhundert Jahre hatte die Synagoge der kleinen jüdischen Gemeinde von Bork als Stätte des Gebets und Haus der Versammlung gedient. Im Häuserverzeichnis von 1918 beziehungsweise schon auf einem Lageplan von 1824 ist die Synagoge verzeichnet.

Kulturstätte "mit mahnendem Charakter"


Nachdem das Haus 1983 unter Denkmalschutz gestellt worden war, begannen 1991 die Restaurierungsarbeiten. Dabei konnte die ursprüngliche Decken- und Wandbemalung freigelegt und wiederhergestellt werden. Bei diesen Restaurierungsarbeiten gab es einen kleinen Geniza-Fund mit einigen Gebetbüchern aus dem 19. Jahrhundert. Seit 1994 dient die frühere Synagoge als Kulturstätte "mit mahnendem Charakter".
Landesrabbiner Brandt in der Borker Synagoge Landesrabbiner Dr. Henry G. Brandt beim Gebet in der Borker Synagoge.
Foto: Dirk Vogel
Im Jahr 2000 kehrte wieder jüdisches Leben in die Synagoge ein. Eine Gruppe von Jüdinnen und Juden aus dem Ruhrgebiet und dem Münsterland trifft sich dort einmal im Monat zum Gottesdienst. Diese Menschen feiern die Gottesdienste nach einem liberalen Ritus.

In den eher konservativ-orthodox orientierten etablierten Gemeinden fanden sie kein Gehör. Sie suchten daher nach einer geeigneten Räumlichkeit für ihre Zusammenkünfte. Hier bot sich ihnen die wiederhergestellte Synagoge von Selm-Bork an. Nach über sechzig Jahren wird das kleine, äußerlich unscheinbare Haus inmitten von Bork wieder in seinem ursprünglichen Sinn genutzt.

Etz Ami - Jüdische Liberale Vereinigung e.V. im Ruhrgebiet und Münsterland


Die Zuwanderung aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion hat nicht nur den Mitgliederbestand in den jüdischen Gemeinden wachsen lassen. Sie hat auch zu einer größeren Vielfalt an Meinungen und Auffassungen geführt. Eine Gruppe von Jüdinnen und Juden wünschte sich gemeinsame liberale Gottesdienste. Sie wollten gemeinsam lernen, gemeinsam etwas unternehmen und sich gegenseitig unterstützen. Dazu suchten sie einen Ort, an dem auch ihre nichtjüdischen Familienmitglieder und Freunde willkommen geheißen wurden. Es sollte ein Ort sein, an dem sie lernen können, was es bedeutet "jüdisch" zu sein, für sie, als Menschen in der heutigen Zeit und als Bestandteile eines lebendigen Judentums auf der Welt.

Im Mai 2004 gründete die Gruppe den Verein "Jüdische liberale Jüdinnen und Juden Etz Ami". Sie verstehen sich als Ansprechpartner für progressive und liberale Juden in der Region.