Julia Culp: vom Judenviertel ins Weiße Haus
Sie wurde die "Holländische Nachtigall" genannt.
Julia Culp, geboren im einfachen Judenviertel von Groningen, trat als Sängerin für den amerikanischen Präsidenten und den deutschen Kaiser auf. In Groningen war sie noch "ein Judenkind, mit dem niemand verkehren durfte."
Musik lag der Familie Culp im Blut, schon seit Generationen. Julias Ururgroßvater Simon und Urgroßvater Baruch waren Chasan
. Ihr Großvater Simon Baruch war "Artist" und "Musikmeister", konnte aber nicht davon leben. Deshalb wurde er neben seinen musikalischen Aktivitäten 1862 Schuster in der Steentilstraat in Groningen. Julias Schwester Betsy und eine ganze Reihe von Cousins und Kusinen ergriffen einen Beruf im Bereich der Musik.
Julias Vater Baruch Culp war ab 1871 Kontrabassist im Orchester des Konzertsaals "De Harmonie" in der Oude Kijk in’t Jatstraat. Er verdiente dort etwa 650 Gulden jährlich. Baruch spielte auch gerne Theater.
Musik lag der Familie Culp im Blut, schon seit Generationen. Julias Ururgroßvater Simon und Urgroßvater Baruch waren Chasan
. Ihr Großvater Simon Baruch war "Artist" und "Musikmeister", konnte aber nicht davon leben. Deshalb wurde er neben seinen musikalischen Aktivitäten 1862 Schuster in der Steentilstraat in Groningen. Julias Schwester Betsy und eine ganze Reihe von Cousins und Kusinen ergriffen einen Beruf im Bereich der Musik.Julias Vater Baruch Culp war ab 1871 Kontrabassist im Orchester des Konzertsaals "De Harmonie" in der Oude Kijk in’t Jatstraat. Er verdiente dort etwa 650 Gulden jährlich. Baruch spielte auch gerne Theater.
Das Geburtshaus von Julia Culp in der Folkingestraat in Groningen, an der Ecke zur Nieuwstad (Neustadt). Das Haus ist heute aufgeteilt. In dem Teil an der Folkingestraat (rechts von der Straßenecke) befindet sich eine Boutique, im anderen Teil an der Nieuwstad (links von der Ecke) ein Bordell.Foto: Marcel Wichgers
Kinder bekamen früh Instrumente
Baruch heiratete 1879 Sara Cohen. Sie wurde 1852 in der Gelkingestraat 23 geboren. Nach ihrer Hochzeit zogen sie in die Folkingestraat 59, an die Grenze mit der ärmlichen Nieuwstad (Neustadt). Hier wurde Julia Bertha (benannt nach den Großmüttern Judik und Betje) am 6. Oktober 1880 geboren. Kurze Zeit später zog die Familie zum Zuiderdiep 100. Ihre kleine Schwester Bertha Julia (auch wohl Bep oder Betsy genannt) wurde dort 1884 geboren.
Vater Baruch ließ sich in der Öffentlichkeit Bernard nennen. Zu Hause nannte man ihn "Bobbel". Das hörte sich eher Jiddisch an. Er war derjenige, der seine Töchter auf den Weg der Kunst brachte. Betsy durfte Klavier spielen und Julia bekam eine Geige.
Baruch konnte von seinen Tätigkeiten als Musiker nicht leben. Aus diesem Grund begann er am Zuiderdiep mit einem Verleih für Bühnenkostüme. Auch wurde er eine Art Musikagent, der Sänger, Musiker und Kapellen "liefern" konnte. 1918 ging er mit fast siebzig Jahren in Rente. Anderthalb Jahre später zog er mit seiner Frau nach Amsterdam.
Traditionelle jiddische "Mamme"
Mutter Sara war der Inbegriff der traditionellen jiddischen "Mamme" (jüdische Mutter).
Sie trat im Gegensatz zu ihrem Mann und ihren Töchtern nie auf und half ihrem Mann höchstens mal beim Verleih von Kostümen. Sie war vor allem Mutter und Hausfrau.
Julia zufolge sorgte Mempie für Fröhlichkeit und Gemütlichkeit zu Hause. Sie wollte, dass ihre beiden Töchter es weit bringen würden. Deshalb mussten sie zunächst auf eine vornehme Mädchenschule und später auf die "Jongensburgerschool" (Jungenbürgerschule). Bobbel starb 1933, Mempie 1936, beide in Amsterdam.

